Uelzens grüner Wochenmarkt

Der Vitalmarkt

Das Rezept für gute Laune: Regional und saisonal

Mittwochs und samstags ist es in der Innenstadt besonders quirlig. Stände und Wagen zieren mit ihrem farbenfrohen Angebot Lüneburger-, Gudes- und Veerßer Straße und ziehen nicht nur EinkäuferInnen aus der Region an, sondern auch aus Hamburg, Hannover oder gar Berlin. Je nach Standort riecht es nach Backwaren, frischem Kaffee, Fisch oder Käse. Man grüßt sich, trifft sich, quatscht und scherzt. An vielen Ständen kommen auch die Geschmacksknospen auf ihre Kosten: Es darf probiert werden. Hier finden sich Honig und Eier, dort drüben Obst und Gemüse, daneben Meeresfrüchte. Kräuter und Gewürze werden genauso feilgeboten wie Blumengestecke, griechische Spezialitäten ebenso wie Spreewälder Gurken. Fast alles kommt direkt vom regionalen Erzeuger.

Meine Tomatenvielfalt, die hat mich tatsächlich ein bisschen bekannt gemacht, auch über Kreisgrenzen hinaus. Und mein Betrieb ist wirklich ein Ein-Frau-Betrieb. Alles, was ich hier anbiete, habe ich auch selber produziert.

Genussbummeln, das n.

ohne bestimmte Einkaufsabsicht über den Vitalmarkt flanieren, um die Atmosphäre zu genießen, Menschen zu treffen und neue Lebensmittel für sich zu entdecken; erhöht die Lebensqualität

Regionale Frische und der Geschmack aus aller Welt

Die Esswaren kommen im Kern aus dem eigenen oder den Nachbarkreisen. Die bei Weitem längste Anreise haben mit etwa 100 Kilometern die Äpfel aus Jork im Alten Land. Damit das vital in Vitalmarkt auch seine Berechtigung hat, liegt das Hauptgewicht des Angebots bewusst auf einer breiten Auswahl frischer Nahrungsmittel. Gerade das macht den Vitalmarkt bei Menschen von außerhalb so beliebt. Einheimische schätzen vor allem den kurzen Weg hierher – ihren eigenen und den der Waren. So CO2-arm, nachhaltig und mit gutem Gewissen kauft es sich in keinem Supermarkt ein.

Der Uelzener Markt hat eine Sonderstellung, weil es eben nicht nur um Versorgung geht sondern auch um ein Lebensgefühl: Mit Genuss einzukaufen und mit Vorfreude auf das, was mich erwartet.

Verkaufsprofis, Seelsorgende und lebende Kochbücher

Die Menschen an den Vitalmarkt-Ständen sind vielfach eine Konstante im Leben der Einkaufenden, ein wiederkehrendes freundliches Gesicht. Klaus Dieterich zum Beispiel hat in seiner Zeit hier schon viele Familien wachsen und Kinder aufwachsen sehen. Die Persönlichkeiten hinter dem Verkaufsgeschehen sind, sozusagen, die Würze im regionalen Eintopf des Vitalmarkts. Sie haben aber nicht nur je nach Bedarf aufmunternde oder frech-fröhliche Worte in petto, sondern kennen auch ihre Produkte ganz genau – und das passende Rezept, um diese schmackhaft zuzubereiten.

Ich stehe seit 50 Jahren schon auf dem Uelzener Wochenmarkt, in fünfter Generation. Wir selbst haben vier Kinder, die auch viel aushelfen.

Ein natürlicher Publikumsmagnet

Das Spektrum der Marktbeschicker, also derjenigen, die ihre Waren anbieten, reicht von gewerblichen Betrieben, vor allem aus dem direkten Umland, bis hin zu Privatleuten, die selbst gesammelte Pilze oder die überschüssigen Sauerkirschen aus dem heimischen Garten anbieten.

Das ist eine Tradition, die schon ganz alt ist. Wenn man in die Chronik des Marktes guckt, dann war das immer so. Man fuhr einfach auf den Markt, um seinen Überschuss loszuwerden. Auf vielen Märkten ist das heute überhaupt nicht mehr. Also, für Uelzen ist das noch besonders!

Auch du könntest also ganz spontan am Morgen losziehen und auf dem Vitalmarkt deinen Klapptisch aufbauen. Hast du das gewusst? Irgendwann würde dann der sogenannte Marktmeister vorbeikommen und eine Gebühr kassieren, aktuell etwa 50 Cent pro Quadratmeter Standfläche. Sich vorher schon mal anzumelden, ist aber sicherlich nie verkehrt.

Uelzen und sein grüner Markt

Das Thema Nachhaltigkeit ist heute in aller Munde. Und wissenschaftliche Fakten sprechen schon lange eine klare Sprache: Wir als Menschheit müssen Wege finden, unser Leben künftig so zu gestalten, dass wir dem Planeten weniger schaden. Der Uelzener Vitalmarkt bringt Nachhaltigkeit nicht nur in die Münder, sondern auch in die Heime, Mägen und Köpfe seiner BesucherInnen. Er ist das grüne Herz Uelzens, füllt die Innenstadt mit Leben, vernetzt die Menschen und lässt ganz nebenbei auch ihre Gesundheitslevels in die Höhe schießen – von der Lebensqualität der Genussbummelnden ganz zu schweigen!

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